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Im Zeichen der PSD2: Das Jahr 2019 markiert den Abschluss eines Entwicklungsschrittes

20. December 2019 / in Insider

Für FinTecSystems war 2019 ein wegweisendes Jahr: Spätestens nach der lang erwarteten BaFin-Erlaubnis als Kontoinformations- und Zahlungsauslösedienst im März 2019 schlossen wir eine Entwicklung vom „Underdog“ um ein paar „Ex-Soforties“ hin zu einem der führenden Anbieter im PSD2-Umfeld ab. Dieser interne „Change Prozess“, den wir im Detail im Weiteren erläutern werden, fiel nicht zufälligerweise zusammen mit dem Wandel der gesamten Branche. 2019 markiert durch die zweite Stufe der PSD2 eine Zäsur für alle Marktteilnehmer, und auch Verbraucher spürten erstmals die Veränderungen durch die Zahlungsdiensterichtlinie. Grund genug also, dieses wirklich bemerkenswerte Jahr 2019 aus unserer Sicht Revue passieren zu lassen.

Vom Start-Up in die Later Stage: Reifeprozess schreitet schneller voran

2019 ist das sechste Jahr seit der Gründung von FinTecSystems - das fünfjährige Firmenjubiläum haben wir im September ordentlich gefeiert, unter anderem mit einem großen Sommerfest. In der gängigen Definition von Start-Up-Entwicklungsphasen befinden wir uns damit am Ende der Wachstumsphase und kurz vor dem Eintritt in die Reifephase („Later Stage“). Wir hatten 2019 aber das Gefühl, gleich mehrere Stufen auf einmal genommen zu haben: Die Zahl der Mitarbeiter wuchs auf über 50 bis Ende 2019! Natürlich gab uns die Entwicklung um die PSD2 einen zusätzlichen Schub, denn die Richtlinie gilt bekanntlich für den gesamten EU-Raum. Das bedeutet: Wir haben auch 2019 weitere Märkte wie die Schweiz und Italien erschlossen, 2020 sind bis zu sechs weitere Markteintritte geplant. Vor allem aber sorgten die Umsetzung der Zahlungsrichtlinie und die BaFin-Erlaubnis dafür, dass wir uns intern neu aufgestellt haben und somit die Basis für weiteres Wachstum schaffen konnten.

Neuaufstellung: Mit starken Schultern auf zu neuen Zielen

Mit Hannes Rogall konnten wir Anfang 2019 einen profilierten Banker für uns gewinnen. Hannes kam von der Teambank, wo er die erfolgreiche Ratenkauf-Lösung für die Marke easyCredit entwickelt, aufgebaut und entscheidend vorangebracht hat. Hannes Rogall trat im April 2019 bei FTS die neu geschaffene Stelle als COO (Chief Operations Officer) an. Er verantwortet bei uns die Bereiche Produkt, IT und Projektmanagement und damit die operative Geschäftsleitung. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung neuer Angebote im Bereich Kontoinformations- und Zahlungsauslösedienste. Eine weitere wichtige Personalentscheidung war die Positionierung von Martin Schmid, bisheriger Chief Customer Officer, zum Chief Market Officer (CMO) im August 2019. Martin steht in der neu geschaffenen Position allen Bereichen vor, die den Markt und damit Kunden betreffen: Marketing, Vertrieb, Kundenbetreuung und -weiterentwicklung. Martin, der seit 2015 im Unternehmen führende Positionen innehat, berichtet direkt an Geschäftsführer und Co-Gründer Dirk Rudolf, der die Gesamtverantwortung in den Bereichen Vertrieb, Produkt und IT hat. Ein weiterer elementarer Baustein in der organisatorischen Weiterentwicklung war die Ernennung von Caroline Jenke zum Chief Legal and Regulatory Officer (CLO) und Prokuristin. Caroline ist damit Teil der Geschäftsführung und verantwortlich für die Umsetzung der PSD2. Sie vertritt FinTecSystems auf nationaler und internationaler Ebene vor Aufsichtsbehörden und weiteren Institutionen. Diese Position ist vor allem im Hinblick auf die Bedeutung der Regulatorik sowie der Schnittstellen-Thematik (siehe nächster Abschnitt) zu einer der wichtigsten im Unternehmen geworden.

Hannes Rogall präsentiert die neuen Cluster

PSD2-Schnittstellen vs. Kundenschnittstellen

Die Diskussion um die Leistungsfähigkeit der PSD2-Schnittstellen der Banken war 2019 für einen langen Zeitraum beherrschendes Thema der Branche. Mit Beginn der ersten Testphase ab März 2019 bis hin zur BaFin-Entscheidung im August, zunächst keine Ausnahmeregelungen für Banken vom Fallback zu gewähren, spaltete die Frage nach der Performanz der Schnittstellen die beiden Lager: Während Fintechs die Position vertreten, die gleiche Datenqualität und derselbe Datenumfang („Datenparität“) wie bei den Kundenschnittstellen seien elementar für das Geschäftsmodell sowie auch Ziel der PSD2, beriefen sich Banken auf eine sehr enge Interpretation der PSD2 und der RTS. Nicht nur wir sahen nach eingehenden Tests in den Monaten März bis Juni große Schwächen bei den bereitgestellten Banken-Schnittstellen. Als regulierter Drittanbieter traten wir mit einer Dokumentation unserer Test-Ergebnisse an die BaFin heran (LINK Handelsblatt Juli) und machten unsere Position und die vieler weiterer Drittanbieter klar. Nach intensiven Gesprächen mit beiden Parteien machte die Finanzaufsicht den Banken Vorgaben für die Schnittstellen und ermöglichte zudem eine Übergangsfrist (LINK Handelsblatt August). Nach mehreren Workshops und einem gegenseitigen Austausch der Bankenverbände sowie der Drittanbieter kam es schließlich vor einigen Wochen zu einer grundsätzlichen Einigung von Banken und Fintechs und einem gemeinsamen Neun-Punkte-Papier (LINK Handelsblatt Oktober). Wir haben in vielen Vorträgen, auf Panels sowie über aufklärende Öffentlichkeitsarbeit (LINK zum P&B Podcast) unsere Positionen stellvertretend für viele Fintechs deutlich gemacht. Insbesondere Co-Gründer Stefan Krautkrämer, Martin Schmid und Caroline Jenke haben öffentlich für die PSD2 geworben, da sie für die Branche eine wirklich einmalige Chance ist.

Positionierung: Re-Fokus auf unsere Kernkompetenzen

Wir haben im gerade abgelaufenen Jahr unsere Kunden befragt, was sie an uns schätzen. Damit haben wir unserem Anspruch Rechnung getragen, kundenzentriert zu denken und zu handeln. Herausgekommen ist bei der Befragung, dass wir für unsere Kunden und Partner vor allem für „Leistung“ und „Verlässlichkeit“ stehen. Diese Ausgangsüberlegung führte dann zu einer Vision, die wir mit größter Anstrengung im Sinne unserer Kunden realisieren wollen:

Eine Welt, in der exzellente Entscheidungen auf Grund von exzellenten Daten getroffen werden.

Denn das macht unsere Kernkompetenz aus: Wir geben unseren Kunden eine qualifizierte Entscheidungsgrundlage auf Basis intelligenter Analysen von Daten an die Hand. Diese Vision wollen wir weiterhin in allen unseren Produkten verwirklichen.

Partner: Bestandskunden beweisen Treue, Neukunden verbreitern Basis

Die Entwicklung vom Start-Up zum etablierten Player am Markt lässt sich auch gut am Kundenstamm 2019 ablesen. Zu den zum Teil langjährigen Partnerschaften wie N26, Santander, DKB und die Deutsche Handelsbank konnten wir einige namhafte Neukunden gewinnen. So vertrauen beispielsweise Avarto Financial Solutions, Numbrs, Verivox und Sparkassen Finanzportal mittlerweile auf die Services von FTS. Die Kooperation und Anbindung von Arvato Financial Solutions bedeutet für uns eine Vertiefung der Wertschöpfungskette und die Möglichkeit, auch Scores an unsere Bestandskunden zu überliefern. Zusammenfassend kam es kundenseitig zu einem signifikanten Wachstum in der Breite und zu einer Ausweitung der Kunden- und Umsatzbasis.

Produkt: Vertiefung der Wertschöpfung

Zusammen mit den Veränderungen der Organisation haben wir bei FTS eine Markt-Einheit (Market Unit) formiert, bestehend aus Customer Success, Marketing und Sales. Zudem haben wir 2019 im Bereich Produkt die Wertschöpfung unserer Services im Sinne unserer Kunden vertieft und um weitere Leistungsmerkmale ergänzt. Dazu gehören exemplarisch der Report-Baukasten, die länderübergreifende Kategorisierung sowie das Angebot von Bonitätsscores und On-Premise-Lösungen. 2020 planen wir die weitere Wertschöpfungstiefe und werden künftig nicht nur elementare Bestandteile der Bonitätsprüfung liefern, sondern den gesamten Prozess abbilden.

Wir wünschen allen Kunden und Partnern nach diesem intensiven Jahr ein paar erholsame Tage und freuen uns auf ein gemeinsames, starkes 2020!

FTS Management Team

 

Schlagworte: Insider

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