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4 FinTech-Trends, die Sie im Auge behalten sollten!

13. December 2018 / in Trends

FinTechs werden im Finanzsektor gleichzeitig als große Chance und Bedrohung diskutiert. Tatsächlich steht inzwischen außer Frage, dass sie in der Geschäftswelt angekommen sind – die Investitionen in FinTechs seit 2010 belaufen sich auf 10 Milliarden US Dollar. Finanzwelt und Wirtschaft im Allgemeinen können von den FinTech-Innovationen vielfältig profitieren.

Allein die Zahlungsauslösedienste (ZAD) der Payment Service Provider (PSP) vereinfachen Zahlungen im Internet und leisten, neben Komfort für den Kunden, einen wesentlichen Beitrag zu dem Umsatz des E-Commerce-Sektors. Laut Finanzexperten tragen elektronische Zahlungsalternativen maßgeblich zu wirtschaftlichem Wachstum bei.

FinTechs können Vieles: einfache Kreditvergabe, schnelle Produktvergleiche, reibungslose Prozesse, Innovation – und vor allem den Kunden in den Mittelpunkt stellen. FinTechs berücksichtigen bei der Entwicklung ihrer Produkte immer die Bedürfnisse der User. Das Resultat sind elegante Frontends, die dem Kunden eine gute und intuitive Usability bieten. Damit helfen sie auch Banken und anderen Unternehmen nachhaltig zu wirtschaften und aktuell zu bleiben. Über Open APIs können zudem FinTech-Produkte in bestehende Plattformen integriert werden. Die Mobile-Bank N26 zeigt besonders gelungen wie man das eigene Produktportfolio durch Anwendungen von anderen Fintechs erweitern kann. Der N26 Kunde nutzt beispielsweise TransferWise für Auslandsüberweisungen, Weltsparen für Sparkonten, Clark für Versicherungsangebote, Auxmoney für Kredite – und das alles im Look&Feel von N26!

Finanztechnologie beinhaltet also ein beachtliches Potential für Unternehmen, Banken, Kreditinstitute und ihre Kunden. In diesem Blog-Artikel sehen wir uns an, welche vier Trends der FinTech-Szene in Zukunft die größten Auswirkungen haben.

1. Innovative Geschäftsmodelle für FinTechs und Banken

So ziemlich jede Art von Finanzgeschäft wird gerade von FinTech-Startups neu erfunden. Können Sie sich noch an die Schlange am Bankschalter erinnern? Heute müssen wir nur noch selten vor Ort sein, in Banken steht keiner mehr an und man braucht nicht einmal eine Kreditkarte für die Online-Bezahlung einer Konzertkarte. Das liegt zum einen am bankeigenen Online-Banking, aber auch an bankfremden Angeboten. Als Partner, oder eigenständig, haben FinTechs in den letzten Jahren komplett neue Dienstleistungen auf den Finanzmarkt gebracht und Banken ihr Angebot dadurch stark erweitert. Das bedeutet neue Einnahmequellen im Finanzbereich und für Kunden eine größere Auswahl an Finanzprodukten für ihr Banking, ihre Investitionen und ihre Einkäufe.

Ein Großteil des zusätzlichen Umsatzes fließt zuerst einmal in die, mehr oder minder, neuen Finanz-Startups. Es ist also erstmal nicht verwunderlich, dass Finanzinstitute misstrauisch sind, wenn es um FinTechs geht. Fakt ist aber, dass FinTechs eine treibende Kraft im Finanzdienstleistungsmarkt sind. Gerade in Deutschland ist die FinTech-Szene aktiv wie nie. Eine Möglichkeit für etablierte Banken und Finanzinstitute ist nun den digitalen Wandel ausschließlich im eigenen Haus voranzutreiben. Laut einer neuen PWC-Studie setzen jedoch 88% der Banken auf Kooperation mit FinTechs.

Einige Beispiele aus Deutschland:
Die Deutsche Bank will ihre Digitalkompetenz mit Investitionen in Partnerschaften, z.B. dem Insurtech Friendsurance und dem FinTech Finanzguru steigern. Mit Beteiligungen an 27 FinTechs steht die Commerzbank momentan an erster Stelle. Die Direktbank ING Diba hat sowohl eine Beteiligung an der Plattform für Vermögensverwaltung Scalable Capital als auch Kreditvergleicher Fincompare und Kreditvermittler Lendico. Helaba geht mit der Helaba Digital GmbH & Co. KG, einer eigenen Beteiligungsgesellschaft für FinTechs, noch einen Schritt weiter.

Neue Geschäftsmodelle für Banken? Erfahren Sie wie Banken als First Mover zusätzliche Mehrwerte für ihre Kunden erschließen können.

2. Artificial Intelligence im Banking

Artificial intelligence (A.I.) bzw. Künstliche Intelligenz (KI) ist für FinTechs ein großes Thema. Auch in diesem Jahr ist die Anzahl der Unternehmen, die KI anwenden wieder gestiegen. Kunden sind zunehmend bereit, digitale Assistenten zu nutzen und auch der Banking-Sektor investiert in die Technologie.

Nehmen Sie die Spracherkennung: Vor kurzem kündigte die Sparkasse an, bald das erste Voice-Banking in Deutschland anzubieten – KI macht’s möglich. Oder das italienische Buddybank, ein Unternehmen der UniCredit, das Banking unterwegs nicht nur einfach, sondern auch unterhaltsam machen soll. Der ‘Buddy’ kann so einiges: an Termine erinnern, Reisen planen oder Essen bestellen. Und eben höchstpersönliches Banking im freundlichen Plauderton. Aber auch im alltäglichen Geschäft finden sich viele gute Gründe für die neue Technologie: momentan profilieren sich KI-Anwendungen v.a. in der Kundenkommunikation und bei der Prozessautomatisierung. Künstliche Intelligenz bringt aber auch neue Möglichkeiten der Datenanalyse, verbesserte Kundenerfahrung und automatisierte Geschäftsprozesse, die bis dato nur mit manuellen Eingriffen funktionierten.

Artificial Intelligence im Banking

Automatisierung ist für die meisten Menschen in vielen Bereichen des Lebens inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Rechnungen bezahlen, Investitionen tätigen, einen Kredit beantragen oder eine Überweisung vornehmen, all das kann mit KI einfach automatisiert werden. Von kinderleichten Zahlungsmethoden bis hin zu besserem Schutz vor dem Überziehen des Kontos – die Services die mit KI entstehen können sind vielfältig. Noch ist künstliche Intelligenz im Bankensektor zwar nicht als „Mainstream“ angekommen, doch die Anbieter von Banking-Plattformen arbeiten fleissig daran. Forrester empfiehlt der Finanzszene die Technologie ernst zu nehmen und sich frühzeitig Gedanken zu machen.

3. Kollaboration ist die neue Innovation

Noch 2017 fürchteten sich 88% der etablierten Banken vor den neuen FinTechs und den Auswirkungen auf ihre eigenen Angebote in solchen Bereichen wie Geldanlage, Kreditvergabe und Finanzmanagement. Die Lösung des Problems gingen sie dann aber überraschend kreativ an: Statt Inhouse-Entwicklungen, gaben 82% der selben Organisationen an, in Zukunft mit FinTechs kooperieren zu wollen.

Nicht nur Banken, auch Finanzdienstleistungsunternehmen sprechen sich für die Zusammenarbeit mit den Startups der Finanztechnologie aus. Und tatsächlich: Jahrzehntelange Erfahrung und ein treuer Kundenstamm der Banken ergänzen sich sehr gut mit der Dynamik, Technologie und Innovation der FinTechs.

Strategische Partnerschaften sind heute unumgänglich für Banken, FinTechs und Unternehmen. Lesen Sie wie FinTechs Banken und Kreditinstituten sogar helfen!

4. Banking findet nicht mehr ausschließlich bei der Bank statt

So kooperieren und arbeiten inzwischen auch FinTechs mit und an eigenen Ökosystemen. In Deutschland ist das z.B. die Solarisbank mit „modularen Finanzdienstleistungen”. Im Rahmen des Whitelabel-Banking stellt sie ihre Banklizenz Dritten für die Entwicklung eigener Banking-Applikationen zur Verfügung. Banking ohne Bank funktionierte bereits bei dem Berliner FinTech N26 dank Mitnutzung der Banklizenz von Wirecard. In der Zwischenzeit hat sich ihr Kundenstamm mehr als verdreifacht und sie verfügen über eine eigene Banklizenz. Die Zahlungsdienst-Richtlinie PSD2 hat den Druck auf Finanzdienstleister, aktuell und innovativ zu bleiben, noch erhöht. Das neue API-Banking bringt viele Veränderungen mit sich, von denen der Finanzsektor erst dann profitiert, wenn er vereint auftritt und sich auf Zusammenarbeit einlässt.

Mit der PSD2 hat die Europäische Kommission auch einen offiziellen Leitfaden zur Lizenzierung von FinTech-Kreditinstituten geschaffen. Sie regelt Antragsverfahren, Mindestanforderungen und Zulassungskriterien unter sicherheitsrelevanten Kriterien wie Risikomanagement und Eigenkapital. Hintergrund ist, einheitliche aufsichtsrechtliche Regeln für FinTechs und etablierte Banken einzuführen.

Wer in Deutschland Banking-Services oder Produkte anbieten möchte, kommt nicht um eine entsprechende Erlaubnis der BaFin herum. Die Alternative zur Beantragung einer eigenen Erlaubnis ist die Nutzung der erlaubnispflichtigen Services eines anderen Instituts nach dem „License as a Service”-Prinzip. In Deutschland bieten einige wenige FinTechs mit eigener BaFin-Erlaubnis, etwa die oben erwähnte Solarisbank, eine Mitnutzung ihrer Erlaubnis an. FinTecSystems wird demnächst in den Bereichen Zahlungsauslösung und Kontoinformationsdienste ebenfalls solche Services im „License as a Service” Modell anbieten. De facto bringt die Regulierung und die damit einhergehende Erlaubnispflicht für bestimmte Dienste mehr Qualität in das Thema Open Banking und fördern damit das Vertrauen der Kunden in neue Anbieter von Finanzdienstleistungen.

Regulierungspflichtig oder nicht? In diesem Beitrag erklären wir wie Sie am besten mit der neuen Lizenzierungspflicht im Rahmen der PSD2 umgehen.

Schlagworte: Trends

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