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Digitalisierung im Leasing: Wie sich die Bankauskunft durch API-Banking automatisieren lässt

29. January 2019 / in Trends

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Vor allem beim Autokauf können zukünftige stolze Besitzer eines Neuwagens den Tag der Schlüsselübergabe kaum abwarten. Rund 75 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen in Deutschland basieren auf Leasing- und Finanzierungsmodellen – Tendenz steigend, so eine Untersuchung des Arbeitskreises Autobanken (AKA).

Bis zum Abschluss eines Leasing-Vertrags sind allerdings eine Reihe von Schritten zu bewältigen, von denen viele immer noch manuell und auf Papier bearbeitet werden. Durchgängige Digitalisierung und Automatisierung? Fehlanzeige. Einer dieser Schritte kann das Einholen einer Bankauskunft durch den Leasing-Geber bei der Hausbank des Leasing-Nehmers sein. Vergleichbar mit einer Bonitätsprüfung, verschafft sich die Autobank mit Hilfe der Bankauskunft einen Eindruck vom Zahlungsverhalten und der Zahlungsfähigkeit des Kunden.

Konventionelle Bankauskunft ist lediglich ein Bonitätsindikator

Eine Bankauskunft ist eine „allgemein gehaltene, streng standardisierte Mitteilung eines Kreditinstituts über die wirtschaftlichen Verhältnisse, das Geschäftsgebaren und das Zahlungsverhalten eines Kunden“ (Wikipedia). Im Gegensatz zu einer detaillierten Bonitätsprüfung dient eine Bankauskunft lediglich als Indikator. Ihr Aufbau unterscheidet sich von Bank zu Bank nur leicht und enthält sehr allgemein gehaltene Aussagen auf Basis vorformulierter Textschlüssel. Diese sind zum Beispiel:

  • Die Gesamt-Verhältnisse machen einen ordentlichen Eindruck.

  • Nachteiliges ist nicht bekannt.

  • Die finanziellen Verhältnisse erscheinen angespannt.

  • Eingegangene Verpflichtungen sind, soweit uns bekannt, bisher pünktlich erfüllt worden.

  • Der angefragte Betrag erscheint uns zu hoch.

  • Wir raten zur Vorsicht.

Nahezu alle Kreditinstitute erteilen Bankauskünfte mittels eines Vordrucks, der durch Ankreuzen von einem Sachbearbeiter per Hand ausgefüllt wird. Dadurch lassen sich zwar Rückschlüsse auf die Zahlungszuverlässigkeit eines Kunden ziehen. Doch bei diesem Vorgehen handelt es sich aufgrund der manuellen Bearbeitungsweise eher um eine subjektive Einschätzung durch den Sachbearbeiter als eine objektive, datengetriebene Interpretation des Zahlungsverhaltens.

#Leasing im Jahr 2018: Leasinggeber bewerten die Solvenz von Leasingnehmern auf Basis einer #Bankauskunft, die stark zeitversetzt und nicht in Echtzeit abläuft. Das geht besser! via @FintecHQ #OpenBanking #PSD2 #APIBanking Klick um zu tweeten

Dazu kommen weitere Aspekte, die sich negativ auf das Kundenerlebnis auswirken. In einer zunehmend digitalisierten Welt wirkt es geradezu anachronistisch, den Leasing-Vertrag für die Anschaffung eines hochmodernen Autos, mit intelligentem Fahrerassistenzsystem und digitaler Soundanlage, auf einem Papierformular mit Kreuzchen zu begründen. Der Medienbruch verzögert den gesamten Prozess, weil von der Beantragung durch die Autobank bis zur Ausstellung einer Bankauskunft durch die Hausbank schnell einmal mehrere Tage verstreichen können.

Zwar wird nicht bei jedem Leasing-Antrag eine Bankauskunft eingeholt. Doch bei rund 3,5 Millionen Neuzulassungen in Deutschland und einem Leasing- und Finanzierungsanteil von 75 Prozent ist das Optimierungspotenzial enorm. Durch Digitalisierung und Automatisierung ließe sich die Prozessgeschwindigkeit deutlich optimieren. Doch wie kann dieser digitale Ersatz für die konventionelle Bankauskunft aussehen?

Bankauskunft wird schneller, detaillierter und größtenteils automatisiert

Leasing-Gesellschaften könnten auf eine Lösung zurückgreifen, die heute schon in vielen anderen Bereichen der Finanzwelt zum Einsatz kommt: den Digital Account Check. Die im Auskunftsformular aufgeführten Fragen lassen sich mit Hilfe des Digital Account Check automatisiert ausfüllen – der Computer setzt die Kreuzchen. Dadurch werden Sachbearbeiter in Banken entlastet und die Autobank profitiert von zusätzlichen, kontextbezogenen Informationen, dank derer die Bonitätseinschätzung an Zuverlässigkeit gewinnt.

Beim Digital Account Check greift ein nach PSD2 zertifizierter Account Information Service Provider mit Genehmigung eines Kunden auf dessen Online-Banking-Konto zu. Transaktionen, die für die Bankauskunft relevant sind, werden analysiert und fließen beim automatisierten Ausfüllen der Bankauskunft mit ein. Aus Sicht eines Leasing-Anbieters würde dies einen entscheidenden Fortschritt bei der digitalen Transformation bedeuten:

  • Ein in erster Linie manuell geprägter Prozessschritt entfällt und damit das Risiko möglicher Fehlerquellen.

  • Lange Wartezeiten auf die Erstellung der Bankauskunft durch eine Hausbank entfallen, da der Digital Account Check in Echtzeit funktioniert.

  • Der Kunde profitiert von einem digitalen Kundenerlebnis und ist jederzeit Herr seiner Daten, ohne der anonymen Einschätzung durch seine Hausbank ausgesetzt zu sein.

Per Digital Account Check lässt sich eine Bankauskunft digital und weitestgehend automatisiert erstellen.Per Digital Account Check lässt sich eine Bankauskunft digital und weitestgehend automatisiert erstellen.

Wie alle Wirtschaftszweige steht auch die Leasingbranche vor der Herausforderung, ihre Geschäftsprozesse mit Hilfe digitaler Lösungen schrittweise zu automatisieren. Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen ist der Nachholbedarf enorm, doch bei vielen Leasing-Anbietern herrscht Aufbruchstimmung. Die Branche schielt in puncto Digitalisierung in erster Linie auf Best Practices aus der Bankenwelt, die seit längerem von der Kooperation mit innovativen FinTechs profitiert.

„FinTechs werden nicht als Bedrohung gesehen, sondern als Kooperationspartner. Sie sind Inspirationsquelle und mögliche Kooperationspartner“, so der Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen, Horst Fittler. Die Integration des Digital Account Check in Zusammenarbeit mit Account Information Service Providern wäre ein guter Schritt, um diesem Anspruch auch in der Praxis Rechnung zu tragen.

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Schlagworte: Trends

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