Kann Bank Daten

Datenschutz und Datenschatz im Open Banking: Kann die Bank Daten?

16. March 2020 / in Trends

Spätestens seit die PSD2 die Ära des Open Banking in der EU eingeläutet hat, sind Daten auch im Finanzsektor das Öl des 21. Jahrhunderts. Eine beliebte Metapher und doch ein hinkender Vergleich: Während das Öl zunehmend ausgeht, vermehren sich Daten exponentiell. Denken wir nur an das „Internet of Things“. 2030 sollen bereits rund 50 Milliarden IoT Geräte existieren, die mit dem Internet verbunden sind und laufend Daten produzieren.

Big Data im Open Banking werden so zu Bigger Data – und können im Chaos enden oder unzählige Möglichkeiten eröffnen. Die zielgerichtete Extraktion, Auswertung sowie richtige Interpretation von Daten wird zukünftig auch im Finanzsektor über die Wettbewerbsposition aller Marktakteure mitentscheiden. Wer die Daten optimal nutzt, schafft im Rahmen des Open Banking kundenorientierte und lukrative Geschäftsmodelle.

Unternehmen wie Google, Amazon, Microsoft, Apple und Facebook beherrschen den Einsatz von Daten in der Perfektion. Mit Open Banking breiten sich auch innovative Technologie-Unternehmen zunehmend im Finanzsektor aus. Wie sieht es aber bei den Banken aus? Sind sie bereit für das Open Banking-Zeitalter? Können Banken Daten?

In diesem Blogbeitrag stellen wir drei Hypothesen auf, die die momentane Situation der Banken im Hinblick auf den Einsatz von Daten und Open Banking beschreiben und analysieren. Erfahren Sie, wo Banken momentan stehen und wie sie den Umgang mit Daten auch in Zukunft kundenorientiert, profitabel und sicher beherrschen können.

Ja, die Bank kann Daten!

Ja, die Bank kann Daten und das nicht erst seit gestern. Seit Jahrzehnten speichern und verarbeiten Banken große Mengen an Daten, Big Data. Viele Milliarden Transaktionen laufen über die Bank und jedes Jahr werden es mehr. Zu diesem Zweck haben Banken redundante und sichere Systeme geschaffen, die extrem zuverlässig arbeiten.

Diese Systeme schaffen die Grundlage für exzellente Daten, die sich optimal nutzen lassen. Letztendlich wird ohne diese Datenkompetenz der Banken auch in Zukunft weder Open Banking möglich sein, noch ein einzelner Open Banking-Anbieter seine Services effektiv ausführen können.

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Banken haben ein Legacy-Problem

So weit, so gut – traditionelle Banken haben also über Jahrzehnte Systeme aufgebaut, die gigantische Mengen an Daten sicher verarbeiten. Dabei sind allerdings verteilte Parallelsysteme entstanden, die verschiedenen Zwecken dienen und deren Ablösung sehr teuer ist. 

Dass deutsche Banken bei der Digitalisierung bis dato selten federführend waren ist kein Geheimnis. So manche Bank hat zudem immer noch Software und Systeme im Einsatz, die stark veraltet sind. Die Kanäle, über die Transaktionen ausgelöst und verarbeitet werden, sind so zahlreich, dass die Verwaltung immer unübersichtlicher wird. Neue IT-Software ist schon lange überfällig, entsprechende Projekte und Kooperationen mit Technologie-Unternehmen laufen aber gerade erst an. 

Parallel wird das Thema Technologie als Ganzes zunehmend zum Stolperstein. Der Großteil der Banken hat Anwendungs- und IT-Kompetenz bis dato meist eingekauft. Traditionell sehen sich Banken selten als Technologie-Unternehmen, selbst wenn diese intern entwickelt wird. Das Ergebnis ist eine Fülle an gewachsenen Legacy-Systemen, deren Anpassung extrem aufwändig ist. Das wiederum hemmt die Entwicklung und Umsetzung innovativer Ideen im Datenbereich. Für viele Banken führen die verteilten Legacy-Systeme zu einem weiteren Problem: Sie kennen ihre Kunden nicht, da ihre Systeme ihnen die Kundenbedürfnisse nicht zeigen und zudem die entsprechende Datenexpertise fehlt.

Hinzu kommt, dass die PSD2 zusätzliche Anforderungen an Banken stellt. Die Zahlungsdiensterichtlinie verpflichtet Banken nun, Drittanbietern über eine Bank-Schnittstelle, auf Wunsch des Kunden, Kontodaten zur Verfügung stellen. Allerdings ist für viele Banken, bis heute und schon seit 2018, allein das Bereitstellen von Kontoauszügen für Test- und Entwicklungszwecke eine große Herausforderung.

PSD2 in der Testphase: Die Idee ist gut doch die Welt noch nicht bereit? Lesen Sie hier, wie Banken seit der Umsetzung der PSD2 performen.

Banken sollten Daten besser können

Datenstrategien und eine systematische Digitalisierung sind in vielen Banken immer noch zweitrangig. Aktuell finden sich in Banken meist Zwischenlösungen. Zum Beispiel werden Lösungen für die Digitalisierung der Bank an bestehende Systemlandschaften gekoppelt. Das bietet zwar kurzfristig die gewünschte Funktionalität, aber der enge Projektfokus führt zu neuen Silos und neuen Legacy-Problemen. Zudem fehlt die Flexibilität, um neue Anwendungen zu integrieren.

Daten und Digitalisierung – ein unzertrennliches Duo. Lesen Sie hier, wie Daten die digitale Transformation im Finanzsektor antreiben.

Die Nullzinsphase, der anhaltende Digitalisierungsdruck und drohende Finanzkrisen erfordern neue, bessere Modelle. Heute geht es darum, Daten nicht nur zu speichern und zu verarbeiten, sondern auch produktiver zu nutzen. Nachhaltiges Risikomanagement ist hier ein wichtiges Thema. Eine proaktive Haltung belebt aber auch das Neu- und Bestandsgeschäft und erfüllt Kundenerwartungen.

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Wie können Banken Daten beherrschen?

Banken können mit einem konkreten Plan und einer soliden Datenstrategie aktiv in die Zukunft investieren. Die Voraussetzungen sind bereits gegeben. Moderne Kernbanksysteme sind prinzipiell Datentransaktionssysteme und daher eine gute Basis für sichere, innovative Datennutzung. 

Aktuell fehlt allerdings eine Schicht, die über dem eigentlichen Kernbanksystem Datenintelligenz realisiert. Dieser Layer kann dann auch andere Bank- und Nichtbanksysteme anstoßen oder steuern. Eine eigene Entwicklung ist hier nicht zwingend notwendig, allerdings ist auch ein komplettes Outsourcing nicht ideal. Über Kooperationen mit erfahrenen Technologie-Unternehmen können Banken ihre eigenen Daten optimal zusammentragen, anreichern und in zuverlässige, hochgradig verwertbare Smart Data umwandeln.

Infografik open Banking Daten

Open Banking Experte statt Bank von Gestern? So nutzen Banken Daten, um Ihr eigenes Angebot zu digitalisieren und ihre Bank fit für die Zukunft zu machen.

Langfristig besteht für Banken auch die Möglichkeit, sich schrittweise zur Daten- und Technologieplattform weiter zu entwickeln, die eine ganze Reihe von datenbasierten Prozessen abbilden kann. Auch hier kann sich die Bank durch eine Kooperation mit erfahrenen Technologie-Unternehmen zu einer innovativen Plattform für Open Banking entwickeln. Dies ist besonders zukunftsorientiert, da die Bank so auch zukünftige, heute noch unbekannte Datenprozesse widerspiegeln kann. Das Datenwachstum ist unaufhaltsam und die Prozesse und Möglichkeiten für die Nutzung der Daten wachsen mit ihnen – darauf sollten Banken sich und ihre Systeme bestmöglich vorbereiten.

Holen Sie sich einen erfahrenen Partner mit ins Boot und nutzen Sie unsere Technologie-Expertise für Ihre Digitalisierung und intelligenten Dateneinsatz. Wir beraten Sie gerne!

Schlagworte: Trends

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