Fraud und Geldwäsche effektiv verhindern mit dem Know Your Customer Prinzip

15. July 2020 / in Knowledge

Die gefälschten Identitäten bei Anträgen von Corona-Soforthilfen haben es schmerzhaft gezeigt: Ein geklauter Name, ein angeblich Gewerbetreibender, ein paar falsche Angaben – auch kleine Dinge können einen Schaden von mehreren Millionen verursachen. Und oft beginnt es damit, dass versäumt wird, die Identität der Kontoinhaber genau zu überprüfen. Ein Fehler mit weitreichenden Folgen.

Geldwäschebeauftragte und Compliance Mitarbeiter wissen, dass viele der Betrugsfälle zwar weniger medienwirksam aber genauso, oder so ähnlich, aussehen – unauffällig. Doch der Teufel liegt im Detail.

Die eigentliche Herausforderung ist tatsächlich gar nicht so kompliziert und durch die Sorgfaltspflichten des Geldwäschegesetzes gesetzlich geregelt. Know Your Customer (KYC) gibt diesbezüglich klare Anweisungen. Richtig angewendet, gibt es Banken einen Rahmen, um einen Großteil des Risikos schon beim Onboarding zu eliminieren, Fraud zu verhindern und Geldwäsche zu bekämpfen.

In diesem Blog-Beitrag erfahren Sie, wie das KYC-Prinzip Sie beim Onboarding von Neukunden unterstützt, gesetzeskonform zu handeln und dabei das Risiko für Geldwäsche und Betrug zu reduzieren.

Lesen Sie hier, wie mit Open Banking der Balanceakt zwischen Risikomanagement und Customer Experience gelingt.

Das steckt hinter dem Prinzip Know Your Customer (KYC)

Der Finanzsektor ist und bleibt Dreh- und Angelpunkt für Fraud, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Aus diesem Grund wird allen Banken und Finanzinstituten gesetzlich vorgeschrieben das Know Your Customer Prinzip umzusetzen.

Grundlage für das KYC-Prinzip, auch AML-Prozess (Anti Money Laundering) genannt, ist das Geldwäschegesetz. Dieses verlangt eine adäquate Identifizierung und Legitimationsprüfung aller Kunden, beziehungsweise Kontoinhaber. Bei der GwG-konformen Identifizierung natürlicher Personen müssen Sie folgende Informationen dokumentieren und verifizieren (§ 3 Abs. 1 Nr. 1 GwG):

  1. Name (Nachname und alle Vornamen)
  2. Geburtsort und Geburtsdatum
  3. Staatsangehörigkeit
  4. Anschrift (keine Postfächer)
  5. Art des Ausweises (z. B. Personalausweis oder Reisepass)
  6. Ausweisnummer
  7. Ausstellende Behörde

KYC-Prozess stellt ein GwG-konformes Onboarding von Neukunden sicher

Mit Umsetzung des KYC-Prozess wird unter anderem eine eindeutige Identifizierung und Überprüfung von Neukunden garantiert. Damit wird bereits beim Onboarding der Grundstein für eine sichere, risikoarme Kundenbeziehung gelegt. Betrugsformen wie die Eröffnung eines Bankkontos unter einer gefälschten oder geklauten Identität, z.B. die eines falschen Namens, werden im ersten Schritt ausgeschlossen.

Infografik Grundstein für eine sichere Kundenbeziehung

KYC basiert auf dem Grundgedanken, dass der erste Schritt einer effektiven Betrugsprävention die Kenntnis des Kunden und des damit verbundenen Risikos ist.

Des Weiteren wird im Sinne des Know-Your-Customer-Prinzips geprüft, ob die Vermögenswerte der Kunden legaler Herkunft sind. Nicht zuletzt wird anhand der gesammelten Informationen eine „Paper Trail“, eine Papierspur, gelegt. So ist die Kundenbeziehung von Anfang an nachvollziehbar. Im Nachgang vervollständigt die intelligente Kundendatenanalyse und die Dokumentation von Risikobewertungen das Kundenbild.

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Die richtige Sorgfaltspflicht befolgen, um Risiken gesetzeskonform zu minimieren

Es steht viel auf dem Spiel: Geldwäschebeauftragte haften für Verstöße im Zusammenhang mit Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, bspw. durch verspätet abgegebene Verdachtsmeldungen, sogar persönlich. Sie riskieren also bei Nichtbefolgung des KYC nicht nur einen Schaden für das Institut (bzw. das Unternehmen), sondern auch gesetzeswidrig zu handeln. Die Sorgfaltspflichten sind jedoch dankbare Spielregeln, an die sich GwG-Beauftragte halten, um auf der sicheren Seite zu sein. Ob nun die allgemeinen oder die verstärkten Sorgfaltspflichten zum Einsatz kommen, hängt von dem Risikograd der Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung ab.

Generell gelten für Banken und Finanzinstitute die allgemeinen Sorgfaltspflichten (§ 10 GwG). Sie sind insbesondere verpflichtet die Identifizierung des Vertragspartners und der ggf. für ihn auftretenden Person durchzuführen. Die Identifizierung muss „bei Aufnahme einer Geschäftsbeziehung“, also spätestens vor Vertragsabschluss vorgenommen werden.

Wenn Anzeichen für ein potenziell höheres Risiko vorliegen, muss der Geldwäschebeauftragte die verstärkten Sorgfaltspflichten (§ 15 GwG), wie z. B. die Einholung weiterer Informationen befolgen. In diese Kategorie fallen bspw. politisch exponierte Personen (PEPs) oder besonders komplexe Transaktionen von einem höheren Risiko der Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung.

Korrekt angewendet beugt Know Your Customer Fraud vor, bevor er entsteht

Das Geldwäschegesetz schreibt u.a. Banken vor, die Identität GwG-konform zu überprüfen. Das Potential, welches ein sicherer, effektiver Know Your Customer-Prozess birgt, zudem noch einfach und schnell für alle Beteiligten, ist enorm.

Mit einer eindeutigen Identifizierung Ihrer Kunden minimieren Sie finanzielle- und Reputationsrisiken, bevor sie entstehen. Beim Onboarding von Kunden sollten Sie also speziell darauf achten eine genaue, wirksame Methode zu implementieren, um den Kunden möglichst gut "kennenzulernen".

Infografik Effektives KYC

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KYC ist ein wichtiger Schritt, um Fraud und Geldwäsche proaktiv zu bekämpfen. Um sich vor diesen und weiteren Risiken zu schützen, ermöglicht Open Banking Ihnen eine nahtlose Anti-Money-Laundering Strategie, die durch Automatisierung und Digitalisierung umso stabiler und sicherer wird. Lesen Sie im Blog-Beitrag, wie Open Banking das Risikomanagement sicherer, schneller und intelligenter macht.

Schlagworte: Knowledge

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