Open Banking-Daten für Online-Shops: Betrug vermeiden und mehr Kunden konvertieren

16. November 2021 / in Knowledge

Vorsicht ist die Mutter… mittelmäßig erfolgreicher E-Commerce Unternehmen. Oder hat sie doch wieder Recht, die vorsichtige Mutter? Nun, es ist kompliziert: Auf der einen Seite misst sich der Erfolg im E-Commerce zuallererst immer noch an Conversion Rates. Viele Verkäufe zeichnen weiterhin einen guten Online-Shop aus.

Auf der anderen Seite steigert bei genauer Hinsicht nicht jeder Umsatz nur den Erfolg - manche können sogar Schaden bringen: Die Risiken im E-Commerce steigen mit der Zahl der Umsätze. Erfahren Sie hier, wie sie datengetriebene Entscheidungen treffen, um Kunden ihre Lieblingszahlart anzubieten und Conversions zu steigern, sich gegen Betrug abzusichern – und über all dem die Kundenzufriedenheit auf einem konstant hohen Level zu halten.

In den Waagschalen: Conversions versus Sicherheit?

Cyberkriminelle finden immer neue Möglichkeiten, digitale Unternehmen um Millionen jährlich zu betrügen: Chargebacks, also Rückbuchungen, sind die teuerste und häufigste Art von Betrug, die Online-Händler derzeit erleben. Eine Besonderheit in diesem Bereich sind Friendly Frauds (oder auch First Party Fraud - also, wenn Kunden bei ihrer Bank behaupten, sie hätten eine Kreditkartenzahlung an ein E-Commerce Unternehmen nicht getätigt). Neu und rasant verbreiten sich sich auch Account Take Overs (im Gaming, und zunehmend auch in anderen Bereichen des E-Commerce, weit verbreitet).

Es ist dementsprechend wichtig, dass Online-Händler entschieden auf die Bekämpfung von Betrug setzen und adäquate Mittel zur Fraud Prevention nutzen. Allerdings tun sie sich damit nicht immer einen Gefallen: Viele verlassen sich aus Sicherheitsgründen auf Prozesse zur Überwachung, die auf historischen Daten basieren. So werden False Positives erzeugt und Kunden abgelehnt, die eigentlich legitime Käufer wären und den harten Regeln nur auf den ersten, automatisierten Blick nicht entsprechen. Das resultiert in einer desaströsen Customer Experience und einer der häufigsten Arten, Kunden zu verlieren.

Es gilt also die richtige Balance zu finden zwischen hohen Conversion Rates auf der einen Seite und einem sicheren Risikomanagement auf der anderen. Seriösen Kunden eine optimales Kauferlebnis bieten und eine Zero Tolerance-Politik gegenüber Betrügern zu garantieren.

Und es geht noch weiter: Erfahren Sie, wie Open Banking den E-Commerce nicht nur in Sachen Fraud-Prevention auf das nächste Level hebt!

Sicherer Raten- und Rechnungskauf dank Open Banking

Wo hakt es überhaupt im E-Commerce? Vereinfacht gesagt: An der Natur der Zahlungsart. Die im deutschsprachigen Raum beliebteste Zahlart ist der Kauf auf Rechnung (bzw. BuyNowPayLater). Kunden wollen beim Online-Shopping das gleiche Kauferlebnis wie im Laden: erst sehen, anprobieren und testen – dann bezahlen. Händler, die Wert auf hohe Conversions legen, kommen nicht umhin, diese Bezahlmethode anzubieten.

Dass diese betrugsanfällig ist, liegt auf der Hand. Modell: BuyNowPayNever. Und CatchMeIFYouCan. Deshalb haben viele E-Commerce-Unternehmen unumstößliche  Regeln, wenn es darum geht, wer auf Rechnung bezahlen darf. Denen liegen Fraud-Indikationen, Bonitätsscores und Cut-Offs zugrunde. Im Schnitt gelten etwa 80 Prozent der Kunden eines Online-Shops gemäß der strengen Regeln als würdig, auf Rechnung oder gar in Raten zu bezahlen.

Dennoch wird ein erheblicher Teil von (Neu-)Kunden für den Kauf auf Rechnung abgelehnt, meist aufgrund von falschen, veralteten oder gar fehlenden Informationen zur Person oder deren Bonität. Teilweise wird ein Rechnungskauf auch gleich nur für Bestandskunden angeboten und gar nicht erst für Neukunden. In manchen Fällen ist der Rechnungskauf nur bis zu einem bestimmten Wert möglich. Die Frustration auf Kundenseite ist so hoch, dass viele an dieser Stelle den Kaufprozess abbrechen.

Die intelligente Datenanalyse, basierend auf Open Banking-Daten, ermöglicht auch in diesen Fällen den sicheren Kauf auf Rechnung über einen sogenannten “Second Chance Loop”. Hierfür loggt sich der abgelehnte Konsument in Echtzeit mit seinen gewohnten Online-Banking-Daten in sein Konto ein, um darüber seine Kreditwürdigkeit nachzuweisen. Nach erfolgreicher Prüfung kann der Konsument mit dem Kauf auf Rechnung fortfahren.

Dank Open Banking entgeht den Unternehmen kein potentieller Kunde – und sie sind auch nicht gezwungen auf die Zahlungsweise Vorkasse ausweichen zu müssen, die für Kunden und Händler Conversion-Killer und Krücke ist. Kunden mögen es nicht, vorab zu bezahlen und Händler haben wenig davon, dass Warenbestand lange geblockt und dann nach nicht eingehender Zahlung doch wieder freigegeben werden muss.

So ermöglichen Open Banking-Daten hohe Konvertierungsrate und maximale Sicherheit im Online-Handel

Wie ermöglicht Open Banking die ‘Second Chance’ für legitime Käufer? Mit dem digitalen Kontoblick, können Risikomerkmale direkt im Anschluss an den Checkout überprüft werden. Dabei werden tagesaktuelle Informationen über die finanzielle Kundensituation, inklusive Daten zur Kontodeckung, Rücklastschriften, Shoppingverhalten und Tage mit Nutzung des Dispositionskredits, vom Kundenkonto abgerufen.

Der Händler erkennt in Echtzeit, ob er dem Kunden bei einem Kauf auf Rechnung oder Raten vertrauen kann. Sein Risiko sinkt und das Blockieren des Warenbestands entfällt. So können E-Commerce- und Online-Händler Fehlalarme, Reibungsverluste und Umsatzeinbußen reduzieren. Gemäß der Zahlungsdienste-Richtlinie PSD2 ist die Zustimmung des Kunden stets Voraussetzung für den Zugriff auf das Kundenkonto.

Open Banking gegen Identitätsklau und für bessere Kenntnis der Kunden

Open Banking-Daten allgemein, und der digitale Kontoblick im speziellen, hilft Online-Unternehmen auch, Identitätsdiebstähle und Fake-Account rechtzeitig aufzudecken. Umfassende Datenintelligenz und Echtzeitdaten sind ein effektives Mittel der Betrugsabwehr und können Identitätsklau verhindern. Damit wenden E-Commerce-Händler eigenen Schaden und Verluste ab – und schützen ihre Kunden.

Während der digitale Kontoblick Sicherheit für alle Seiten bringt, gewinnen Online-Händler zusätzlich eine bessere Kundenkenntnis, die sie nutzen können, ihnen in Zukunft noch besser auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Angebote machen zu können.

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Schlagworte: Knowledge

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