Yes, We're Open: Vier Beispiele, wie Versicherungen und Vertriebe von Open Banking profitieren

6. December 2021 / in Knowledge

Ökosysteme, datengetriebene Versicherung, Embedded Insurance und Open Finance – Die Zeichen stehen auf Wandel im Versicherungswesen. Warum ist das mehr als ein Hype oder Buzzword, sondern Realität? Sowohl die Gesetzgeber der EU, als auch Kunden überall auf der Welt wünschen sich personalisierte Kundenerlebnisse mit schnellen, nutzerfreundlichen Prozessen und tollen Angeboten – zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Diese können neue Ökosysteme und Embedded Insurance liefern, die auf Open Finance basieren.

Für Versicherer liegen in dieser Entwicklung zahlreiche Chancen: weniger Risiko, zufriedene Kunden, sinkende Kosten. Wer sich jetzt fit macht für die Zukunft, profitiert langfristig. Doch wie fangen Sie als Versicherung damit an?

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Die Antwort lautet Open Banking: Die PSD2 ist der Motor für Angebote und Lösungen, mit denen Versicherer schon heute erste konkrete Schritte gehen und Daten effektiv nutzen können. So entstehen einerseits neue Touchpoints. Andererseits bieten Versicherungen ihren Kunden eine User Experience, die sich klar vom Wettbewerb abhebt.

In diesem Blogbeitrag präsentieren wir Ihnen vier konkrete Anwendungsbeispiele, die zeigen, wie Versicherer mit Open Banking ihre aktuellen Herausforderungen meistern, den Einstieg in die Zukunftsthemen der Versicherungswelt schaffen und ganz nebenbei das Kundenerlebnis sofort und nachhaltig verbessern.

Beispiel #1: Bonitätscheck für Versicherungen

Zahlungsausfälle und säumige Versicherungsnehmer sind eine Krux. Wie stellen Versicherungen sicher, dass Kunden zahlungsfähig sind und es auch bleiben? 

Mittels intelligenter Datenanalyse lassen sich Finanzbewertungen in Echtzeit erstellen. Das Risiko für Produktgeber sinkt damit rapide. Per Banking API funktioniert dieser Prozess einfach und bequem für beide Seiten, Versicherer und Versicherte.

So funktioniert der Bonitätscheck für Versicherungen

Der digitale Bonitätscheck für Versicherungen basiert auf der Open Banking Infrastruktur, die sich im Banking-Sektor bereits bewährt hat. Versicherungen ermöglicht sie eine schnelle Analyse der Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden, und damit die Erstellung eines sehr genauen und aussagekräftigen Finanzüberblicks in Echtzeit. Dazu gehört eine Kategorisierung der Einnahmen und Ausgaben, genauso wie die Bestimmung von Risikomerkmalen. Die Funktionalität ist umfassend.

Der digitale Bonitätscheck ist nicht nur sicher, sondern auch gesetzeskonform. Die Datentechnologie hinter der Bonitätsprüfung ist der PSD2-konforme digitale Kontoblick. Im Sinne der PSD2 erfolgt der Zugriff auf das Bankkonto durch den Versicherer und die Datenverarbeitung erst nach expliziter Freigabe des Kontoinhabers.

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Konkrete Beispiele für den Einsatz des digitalen Bonitätschecks: 

  • Schnelle und komfortable Prüfung der Bonität bei Risiko-Pflichtversicherung, wie bspw. der Kfz-Haftpflicht, oder bei Versicherungen mit hohen Leistungsansprüchen, wie der privaten Krankenversicherung
  • Prüfung der Bonität bei Baufinanzierungen oder Darlehen allgemein (Selektion oder Prozessautomatisierung)
  • Tagesaktuelle Risikobewertung von Kunden für die Risikosteuerung des Portfolios (und die Verringerung von Ausfallwahrscheinlichkeiten)
  • Schnelles Rating zur Unterstützung der Prämienermittlung (u. a. bei Produkten mit Versicherungspflicht)

Beispiel #2: Versicherungsvertragscheck 

Die optimale Kundenberatung ist ein Grundpfeiler einer guten Versicherung. Die Voraussetzung dafür sind wiederum möglichst umfassende Informationen zu der Vertragssituation eines Kunden. Anhand des Vertragschecks bekommen Versicherer den maximalen Überblick über alle relevanten Daten und Verträge. Die Analyse, Anreicherung und Kategorisierung der zugeordneten Transaktionen schafft ein ganzheitliches Verständnis der Kundensituation.

Das bietet der Versicherungsvertragscheck

Die Technologie hinter dem Versicherungsvertragscheck geht weit über die bloße Darstellung der Umsätze in Listen hinaus. Basierend auf einem digitalen Kontoblick zeichnet sich der Versicherungsvertragscheck durch folgende einzigartige Merkmale aus:

  • Erkennung des konkreten Versicherungsproduktes
  • Identifikation des korrekten Produktgebers (nicht nur des Counterholders laut Transaktion)
  • Ausgabe erkennbarer Zusatzinformationen wie z.B. Kfz-Kennzeichen
  • Transaktions-Split: bei Zahlung von mehreren Verträgen in einer Buchung, werden alle Verträge einzeln ausgegeben

Der Versicherungsvertragscheck bietet sowohl für Versicherungsunternehmen, als auch für Vertriebe ein großes zusätzliches Vertriebspotenzial. Während Versicherer die gewonnenen Informationen und Daten insbesondere für Umdeckungskampagnen (z.B. mittels Switch-Tarifen) nutzen, können Makler und Pools diese bei der Automatisierung des Bestandsübertragungsprozesses einsetzen.

Beispiel #3: Bedarfsanalyse 

Der Bedarfscheck ist die logische Ergänzung des Versicherungsvertragschecks: Im ersten Schritt wird festgestellt, welche Risiken vorhanden sind. Welche Versicherung benötigt der Kunde eigentlich? Im zweiten Schritt stellt sich die Frage: Welche dieser Versicherungen hat er schon? Der logische dritte Schritt: Was fehlt, aber auch, was ist zu viel?

Die genaue Analyse der individuellen Lebens-, und Risikosituation ist die Voraussetzung für eine adäquate Bedarfsanalyse. Im klassischen Vertrieb geschieht diese über einen Fragebogen oder ein Frage-Antwort-Spiel, das bis zu 90 Minuten dauern kann. Die Liste der relevanten Parameter ist lang: Alter, berufliche Situation, Einkommen, Vermögen, Familienstand, Wohnverhältnisse, Gesundheitsstand, Hobbys, Rentenwünsche und vieles mehr.

Dank Open Banking kann die Dauer der Bedarfsanalyse stark verkürzt werden – denn die meisten Daten lassen sich per Blick aufs Konto digital abrufen. Der Vermittler kann seinen Fokus ganz auf die passenden Produktempfehlungen legen, da die Bedarfsanalyse alle Daten im Hintergrund prüft und kategorisiert. Am Ende bekommt der Kunde schnell ein maßgeschneidertes Angebot vorgelegt. Ein rundes Kundenerlebnis!

Open Banking und API Banking: Was die PSD2 alles ermöglicht hat und was die Bewegung Unternehmen und ihre Kunden wirklich bringt.

Die Bedarfsanalyse im Kontext der Insurance Distribution Directive (IDD)

Eine nahtlose, transparente Customer Journey anbieten zu können, wird für Versicherungen in Zukunft wichtiger sein denn je. Gemäß der Insurance Distribution Directive (IDD) muss es für den Versicherungskunden künftig nachvollziehbar sein, wie und weshalb es zu einer Produktentscheidung gekommen ist. Die verpflichtende IDD regelt die Beratungspflicht und damit auch die Bedarfsanalyse. Der Gedanke dahinter: Ein verbesserter Verbraucherschutz.

Versicherungsgesellschaften, Vermittler und Agenturen müssen also sicherstellen, dass der Kunde einen adäquaten Versicherungsschutz erhält und dies auch belegen können. Die bei dem Kontoinformationsdienst gewonnen Daten sind komplett digital und strukturiert - und können so vollständig automatisiert in das Beratungsprotokoll übernommen werden. Die digitale Bedarfsanalyse erleichtert somit den Aufwand in punkto Dokumentationspflicht für Versicherer an dieser Stelle enorm.

Beispiel #4: Insurance Pay

Versicherer kämpfen mit der Herausforderung, dass Kunden Ihre Erstprämie nicht zahlen. Die Folge: ein automatischer Storno des abgeschlossenen Versicherungsvertrags. Besonders ärgerlich für den Sales Manager, denn aufgrund der ausbleibenden Zahlung, wird der Vertrag storniert. Wie können Kunden also dazu motiviert werden, den ersten Beitrag noch beim Vertragsabschluss zu zahlen?

Hier kann ein nutzerfreundlicher Payment Initiation Service (PIS) Wunder wirken: Insurance Pay funktioniert nach dem Prinzip einer einfachen Online-Überweisung. Der Bezahlprozess ist schnell, einfach und funktioniert ohne zusätzlichen Log-in mit nur wenigen Klicks. Stornos werden so um bis zu 45 % gesenkt. White-Label-Lösungen liefern zudem einen Bezahlservice im Look & Feel des Versicherers und werten damit das eigene Image auf.

Dank Insurance Pay verfügen Versicherer noch über einen weiteren Hebel: Durch integrierbare Anreize, beispielsweise einen Rabatt auf die erste Rate, kann der Versicherer seine Kunden zusätzlich motivieren, die angebotene Möglichkeit zur Bezahlung unmittelbar zu nutzen. So stellt die Versicherung die Zahlung der ersten Rate, und damit die Listung des Vertrags in den Vertriebsergebnissen, sicher. Das ist essentiell für den Versicherer und maximal bequem und vorteilhaft für den Kunden. 

Eine spannende Besonderheit von Insurance Pay ist die Kombination der Zahlungsauslösung mit dem Kontoinformationsdienst: während der Echtzeit-Überweisung kann gleichzeitig eine umfassende Analyse der Transanktionsdaten vorgenommen werden. So können sämtliche Analysen parallel durchgeführt und im Anschluss an die Zahlung ausgegeben werden - von Bonitätsprüfung bis Versicherungsvertragscheck. Diese Kombination ermöglicht daher mehr Sicherheit und generiert gleichzeitig neue Vertriebsansätze. Eine klare Win-Win-Situation.

Mit Open Banking-Tools zum Financial Home

Insbesondere bei dem Thema Financial Home haben Versicherungen - Stand heute - einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil. Dank PSD2 können Sie bereits via Banking API auf Bankdaten zugreifen. Vertragsanalysen sind hier eine sehr gute Möglichkeit, über Open Banking die Relevanz zu erhöhen. 

Beispielsweise können Versicherungen einen eigenen, automatisierten Wechselservice anbieten – nicht nur für Versicherungsverträge. Makler und Vermittler wiederum können mit einer eigenen Kundenapp die Schnittstelle zum Kunden dauerhaft besetzen und mit hoher Relevanz, personalisierten Inhalten und passgenauen Angeboten und Support überzeugen. 

Ob Vertragscheck, Analyse oder maßgeschneiderte Bezahllösung, Open Banking hilft die Person hinter dem Konto zu verstehen, ihr den Alltag zu erleichtern und sie in den Mittelpunkt zu stellen. Die Kontodaten helfen dabei nicht nur bei Angeboten und der Kundenkommunikation, sondern auch bei der Auswahl weiterer Services, die ein zukunftsfähiges Financial Home benötigt, um maximal relevant zu sein.

Übrigens: Gerade markenstarke Versicherer, große Vertriebe und digitale Makler haben die besten Voraussetzungen haben, um sich jetzt als Financial Home zu positionieren. Wir beraten Sie gerne!

Konkrete Anwendungsfälle für den Einstieg in neue Insurance-Geschäftsmodelle

Dank der Möglichkeit zur direkten Vernetzung mit dem Banken- und Finanzsektor, ermöglicht Open Banking ein für die Versicherungsbranche ungewöhnliches Level an Offenheit. Mit strategischen Partnern für Open Banking-Infrastruktur legen Versicherungen jetzt den Grundstein für das eigene Ökosystem und neue erfolgversprechende Insurance-Geschäftsmodelle.

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Schlagworte: Knowledge

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