Transaction Monitoring im Kampf gegen Fraud, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung

2. June 2021 / in Knowledge

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass 2,7 % des globalen BIP mit Geldwäsche-Vorgängen verknüpft sind – ein gigantischer Schaden in der Größenordnung von 500 Milliarden Euro jährlich. Die Notwendigkeit von stärkeren Gesetzen, Institutionen und Strafen zur Verhinderung von Korruption und Geldwäsche ist dauerhaft in der Diskussion bei Regierungen überall auf der Welt.

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Für die Finanzbranche sind Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung damit eine der größten Herausforderungen der Gegenwart. Die Bekämpfung von Fraud und Geldwäsche steht ganz oben auf der Agenda der Finanzinstitute. Sie geben jährlich über 200 Milliarden Dollar aus, nur um die Anforderungen zur Geldwäscheprävention einzuhalten. In der EU allein werden die Kosten auf rund 100 Milliarden Euro geschätzt.

In den letzten Jahren ist das Transaction Monitoring dabei zu einem wichtigen Teil der Anti-Money-Laundering Strategie geworden. Praktisch alle Banken und Finanzinstitute implementieren eine Form der Transaktionsüberwachung, um Kundentransaktionen zu überwachen und auffällige Transaktionen zu identifizieren.

Was ist Transaction Monitoring?

Effektives Transaction Monitoring ermöglicht es Finanzinstituten, die Transaktionen ihrer Kunden in Echtzeit oder auf täglicher Basis zu überwachen. Intelligente Lösungen betrachten nicht nur die aktuellen Transaktionen, sondern analysieren auch historische Informationen und das Kontoprofil eines Kunden. Dies dient als Basis für die Kundenanalyse, das Risikoniveau und prognostizierte zukünftige Aktivitäten.

Transaction Monitoring liefert der Bank dank der Transaktionsüberwachung auch eine Übersicht über die regulären finanziellen Aktivitäten ihres Kunden. Weicht eine Transaktion davon stark ab, schlägt das System Alarm.

Warum Transaction Monitoring?

Das Transaktionsmonitoring ist für die Geldwäschebekämpfung eines Finanzinstituts von entscheidender Bedeutung. Es kann automatisiert und damit skalierbar verdächtige Aktivitäten wie die Einzahlung großer Summen aufdecken.

Die Informationen aus dem Transaction Monitoring verwenden Finanzinstitute allerdings nicht einfach nur zum eigenen Schutz. Sie werden in erster Linie zur Erfüllung verschiedener Anforderungen der Geldwäschegesetze, für die Einreichung von Verdachtsfällen und anderen Meldepflichten eingesetzt. Finanzaufsichtsbehörden auf der ganzen Welt haben das Transaction Monitoring bereits zu einer regulatorischen Anforderung gemacht – in Europa ist sie seit einigen Jahren als Teil der 4. Geldwäscherichtlinie verpflichtend.

Selbst solche Unternehmen, für die das Transaction Monitoring (noch) nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, kann ein Verzicht in große Schwierigkeiten bringen. Die kontinuierliche Überwachung von Transaktionen sollte inhärenter Bestandteil jedes risikobasierten Ansatzes sein. Das Fehlen eines solchen Systems kann nicht nur den Ruf kosten, sondern auch zu hohen Bußgeldern und Strafen führen.

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Warum ist Transaction Monitoring so wichtig für Banken?

Banken sind verpflichtet, das Verhalten der Kunden zum Zwecke der Überprüfung auf mögliche Geldwäsche-Aktivitäten zu beobachten und einen Geldwäscheverdacht zu melden. Per Transaction Monitoring erkennen Banken zuverlässig verdächtige Kontobewegungen und können verhindern, dass große Geldsummen gewaschen werden.

Nicht nur die Pflicht, auch andere Vorteile liegen auf der Hand: keine Bank kann es sich leisten, in einen Geldwäscheskandal verwickelt zu werden. Darüber hinaus schafft ein adäquates Fraud Management Vertrauen bei Aufsichtsbehörden und Partnern. Es zeigt, dass ein Finanzinstitut die Vorschriften des Geldwäschegesetzes ernst nimmt und alles tut, um kriminelle Aktivitäten zu verhindern.

Transaktionsmonitoring ermöglicht es Finanzinstituten außerdem, einen risikobasierten Ansatz zu verfolgen. Das bedeutet, dass sie in der Lage sind, das potenzielle Risiko von Kunden zu bestimmen und einzukalkulieren. Ein Kundenkonto mit geringem Risiko benötigt beispielsweise weniger Monitoring als ein Kunde mit hohem Risiko. Sobald der Risikograd festgelegt ist, kann die Bank die Überwachung anpassen.

Transaction Monitoring

Warum automatisiertes Transaction Monitoring?

Transaction Monitoring ist unerlässlich, brachte bis dato aber viele Komplikationen und Mehraufwand mit sich:

  • Manuelle Transaktionsberichte sind sehr zeitintensiv und teuer. 
  • Manuelles Transaction Monitoring ist extrem fehleranfällig.
  • Repetitive Monitoring-Aufgaben halten Mitarbeiter von eigentlichen Aufgaben ab.

Das automatisierte Transaction Monitoring löst die manuelle Transaktionsüberwachung deshalb zunehmend ab. Aber einen so risikobehafteten Vorgang künstlicher Intelligenz überlassen? Nicht ganz. Ein wichtiger manueller Aspekt bleibt bei automatisiertem Transaktionsmonitoring. Sobald das System eine Transaktion meldet, untersucht ein geschulter Mitarbeiter, ob sie tatsächlich verdächtig ist.

Übrigens: Eine intelligente Transaction Monitoring Software ist hier so anpassungsfähig, dass die Bank weder zu viel Falschmeldungen bekommt, noch echte Verdachtsmeldungen unentdeckt bleiben.

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Worauf sollte die Bank beim Transaction Monitoring achten?

Die Flexibilität und Skalierbarkeit des Transaction Monitoring Systems spielt eine große Rolle für rechtskonformes Fraud Management. Die Bank muss die Lösung anpassen können, sowohl auf die eigenen Bedürfnisse als auch auf die häufigen Neuerungen im Geldwäschegesetz und anderer Vorschriften zur Transaktionsüberwachung.

Die Erstellung eines rechtsgültigen Prüfpfads aller Aktivitäten ist Voraussetzung, um die Vorgänge nachvollziehen zu können und sie, auf Anfrage, den zuständigen Behörden vorzulegen. Lösungen, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten, bieten maximale Sicherheit und Effizienz in Kombination mit weniger Fehleranfälligkeit und maßgeschneidertem Monitoring.

Schlagworte: Knowledge

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