Jenseits von Transaction Monitoring: Mit diesen vier Faktoren Risiken effektiv minimieren

1. July 2021 / in Knowledge

Kriminelle werden immer raffinierter in ihren Methoden, um die Herkunft von Erträgen aus Straftaten zu verschleiern und zu verbergen. Gleichzeitig stellen die Aufsichtsbehörden explizite Anforderungen an die von ihnen beaufsichtigten Institute. Banken und andere Verpflichtete müssen Verdachtsfälle identifizieren, verhindern, überwachen und offenlegen.

Transaction Monitoring ist seit Jahren das Tool der Wahl zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Was können Geldwäschebeauftragte und Compliance-Abteilungen noch tun, um Risiken schnell und effektiv zu minimieren? Wie können Banken und GwG-Verpflichtete den Untersuchungsprozess reibungsloser und effizienter gestalten? 

1. Jenseits von Arbeitssilos

Für ein erfolgreiches, unternehmensweites Risikomanagement lohnt es sich, gewisse Dinge zu beachten. Das Aufbrechen von Arbeitssilos bei der Geldwäschebekämpfung ist ein wichtiges Bestreben. Zu oft herrscht in den einzelnen Teams wenig Bewusstsein über das, was anderswo in der Organisation passiert. Hier gilt: Kommunikation ist alles. Das Wichtigste ist daher, dafür zu sorgen, dass die Kommunikation zwischen den Teams und allen am Prozess Beteiligten funktioniert.

Aus Sicht der Betrugsbekämpfung sind effektive Kommunikationskanäle zwischen den Funktionen entscheidend, um die Einhaltung der regulatorischen Erwartungen zu gewährleisten und gleichzeitig sicherzustellen, dass Änderungen an den Richtlinien praktikabel und umsetzbar sind. Ein häufiges Manko ist die Art und Weise, wie Richtlinien und daraus resultierende Prozessänderungen zwischen den Compliance- und Operations-Teams kommuniziert werden.

Die Kommunikation mit den Aufsichtsbehörden ist ein weiterer Kanal, dem unternehmensweite Aufmerksamkeit gebührt. Auch eine gute Kommunikation zwischen der Transaktionsüberwachung, den Know Your Customer-Teams, den Sanktions- und Betrugsexperten und den für die Kundenbeziehungen zuständigen Geschäftsmanager*innen ist entscheidend für die Effizienz der Untersuchungen.

Open Banking im Kampf gegen Fraud CTA

2. Der zielorientierte Umgang mit hochwertigen Daten

Die Grundlage für Compliance und Fraud Management ist eine solide Datenbasis. Die Validierung, Pflege und Aktualisierung von Big Data und ihre Umwandlung in Smart Data bedeuten allerdings einen enormen Aufwand. Um sich und ihr Institut effektiv zu schützen, müssen Verantwortliche Informationen aus einer Reihe von internen und externen Quellen sammeln, verknüpfen und verarbeiten.

Die Art und Weise, wie die Systeme vieler Finanzinstitute aufgebaut sind, macht die Datenerfassung von Kundendaten, Transaktionsdaten und Informationen über Kunden und Geschäftspartner kaum skalierbar. Hinzu kommt die Anzahl der externen Quellen, die durchsucht werden müssen, und der manuelle Aufwand für die Analyse und Disposition der Ergebnisse.

Die relevanten Daten sollten mit Informationen aus verschiedenen Banksystemen angereichert, bereinigt (von unnötigen oder doppelten Informationen) und in einer übersichtlichen, nutzbaren Form präsentiert werden. Automatisierte Technologielösungen zur Fraud-Erkennung stellen automatisch eine konsolidierte Ansicht der relevanten Informationen zusammen. So erkennen Banken Zusammenhänge in Ihren Kundendaten, minimieren Risiken und senken Kosten.

Im Rahmen von strategischen Partnerschaften mit Technologieunternehmen aus dem Finanzbereich, können Banken Machine Learning nutzen, um Bankdaten zu aggregieren (siehe auch API Banking), konkreter zu durchsuchen und zu nutzen, um Anomalien schnell zu erkennen. Durch den Einsatz neuer Technologien (Rules Engine, maschinelles Lernen und KI-basierte Lösungen) können Maßnahmen zur Risikoanalyse automatisiert und zielgerichteter durchgeführt werden.

Der intelligente Dateneinsatz hebt das Risikomanagement auf das nächste Level. Wissen Sie, wie Open Banking im Onboarding den Balanceakt zwischen Geldwäschebekämpfung und Customer Experience schafft?

3. Internes Know-How ausbauen und zielführend arbeiten

Ein effektives Geldwäschebekämpfung erfordert Organisation und zielführende Maßnahmen. Vielen Untersuchungen fehlt es jedoch an Struktur. Das zeigt sich oft an unterschiedliche Dokumentationsstandards und inkonsistenten Schlussfolgerungen.

Ein konsistenter Untersuchungsansatz erfordert einerseits klare, detaillierte Arbeitsanweisungen, denen alle Beteiligten folgen können. Andererseits können auf den Anwendungsfall angepasste, schnell und einfach durchzuführende Maßnahmen, die einerseits das Transaction Monitoring ergänzen oder verfeinern und andererseits das Risikomanagement optimieren. Die gezielte Abfrage von Risikomerkmalen wie der Mittelherkunft minimiert das Geldwäscherisiko. Dies trägt zu einer zielorientierten Untersuchung, einer vollständigen Dokumentation und einer detaillierten Begründung der getroffenen Entscheidung bei.

4. Open Banking-Tools gegen Geldwäsche einsetzen

Der Digitalisierungsdruck und das Filialsterben waren schon vor der Krise an jeder Stelle im Finanzsystems deutlich spürbar. In Zeiten, in denen jeder persönliche Kundenkontakt pandemiebedingt komplett wegfällt, ist die Geldwäschebekämpfung praktisch ausschließlich auf digitale Tools angewiesen. Keine kleine Herausforderung für einen Bereich in dem es, auch und vor allem, um Kundenkenntnis geht.

Den Kunden kennenlernen – das passiert jetzt nur noch online. Mit dem Know Your Customer Prinzip verhindern Sie Fraud und Geldwäsche trotzdem effektiv.

Das AML und Fraud Management mit Open Banking-Daten ermöglicht es Beauftragten, die Methode auszuwählen und durchzuführen, die am schnellsten und effektivsten zu ihrem Risikomanagement beiträgt. Eine automatisierte Betrugserkennung in Echtzeit extrahiert alle relevanten Daten (sowohl interne als auch externe) und stellt diese in einer präzisen Übersicht zur Verfügung. Mittels intelligenter Analyse-Verfahren lassen sich betrügerische Vorgänge erkennen, verhindern sowie verdächtige Konten validieren.

Die Einschätzung von Risikosituationen in Echtzeit ist gerade während der Krise entscheidend. Open Banking-Tools für die Geldwäschebekämpfung greifen auf aktuelle Kontodaten für eine schnelle und präzise Auswertung relevanter Risikofaktoren zu. Aktuelle Risikoeinschätzungen sind so stets fundiert und komplikationsfrei möglich.

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Schlagworte: Knowledge

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